Maru
Fufunjiru, für gewöhnlich Programmgestalter der Konzertreihe „Sonntags
Abstrakt“, lud diesmal im Namen seines privaten Labels „chmafu nocords“
in die Grazer Postgarage. Die US-Experimental-Legenden Neptune und die
Grazer code inconnu sorgten für einen der kraftvollsten Konzertabende
des Jahres.
Zerklüftete Abläufe, erlesene Gitarrenriffs und ein
aus dem Metal kommender Sänger, der kaum ein Augenzwinkern für sein
zahlreiches Publikum bereit hält: code inconnu formten ein düsteres
Gesamtkunstwerk und sind zur Stunde wohl der beste heimische Act,
bestenes aufgehoben im Vorfeld des bereits seit 1992 umtriebigen
US-Trios Neptune, das in Sachen Struktur-Zertrümmerung noch eins
drauflegte. Selbstgebastelte Gitarren, analoge Mixer, ein altes
Festnetztelefon und ein irrwitzig schnelles Schlagzeug komponierten aus
den unmöglichsten Elementen wahre Underground-Schlager, mystisch und
knatternd. Es war ein archaisches Wühlen im Unkonventionellen, das
einigermaßen euphorisch beklatscht wurde.