Low Frequency Orchestra
Angélica Castelló (paetzold recorders, electronic devices), Maja
Osojnik (paetzold recorders, electronic devices, voice), Matija
Schellander (double bass), Herwig Neugebauer (double bass), Mathias
Koch (drums), Thomas Grill (electronics)
Wolfgang Mitterer (organ)
„Das LFO ist vielleicht eines der verführerischsten Ensembles der
experimentellen österreichischen Musiklandschaft. Einen
unwiderstehlichen Charme versprüht es durch die Synergien aus teils
verspielten, teils seriösen Ansätzen bzw. jenen aus Klangschaffen im
höchsten Diskant einerseits und in der Kontra-Oktave andererseits“,
schrieb Hannes Schweiger über das erste LFO-Album mit den knappen Titel
„S“ (erschienen 2007 auf ein_klang records). An den verführerischen
Qualitäten des LFO hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert. Im
Gegenteil: Sie erfahren noch eine Steigerung durch die Kooperation mit
Wolfgang Mitterer, einem mindestens europaweit herausragenden
Multiaktivisten und Multistilisten, der zwischen Konzertsaal,
Opernhaus, Fußballstadion, Kirche, Studio und Jazzkeller fluktuiert und
zuletzt seine Solo-„music for checking e-mails“ erklingen ließ, nachdem
er mit der „sopop“-Platte im Duo mit Birgit Minichmayr in Erscheinung
getreten war, sich aber längst wieder in ganz anderen Gefilden (z.B.
„Massacre“, „Richard II“, „Das tapfere Schneiderlein“, ...) bewegt.
Als Grundlage für diese brisante Gemeinschaftsproduktion verwendeten
das LFO & Mitterer ein Konzert im ORF-Radiokulturhaus. Aus
mehrfacher Überarbeitung des Aufnahmematerials, aus De- und
Rekomposition resultierte eine rund halbstündige Version von Mole. Dazu
gesellen sich fünf, von je einem LFO-Mitglied beigesteuerte Slugs –
„als kleine Inseln, vielleicht als Vorwort, als Vorankündigung von
etwas Großem“, wie Angélica Castelló im Interview mit dem
freiStil-Magazin erklärt. Das Motiv dieser Kooperation benennt sie in
Frankenstein-Manier: „Wir wollten ein noch größeres Monster schaffen!“
So beschaffen ist auch der Charakter der Mole-Musik: energisch, wild,
brodelnd, erbarmungslos. Mit einem Wort: ein Leuchtturm im Ozean der
experimentellen Musik!
Interview: freiStil, Magazin für Musik und Umgebung, #33
Oktober/November 2010
«Low is beautiful!»
Als das Low Frequency Orchestra (Angélica Castelló, Thomas Grill,
Mathias Koch, Maja Osojnik, Matija Schellander plus Tontechniker Alfred
Reiter als integraler LFO-Bestandteil) vor drei Jahren seine Debüt-CD
„S“ herausbrachte, schrieb Hannes Schweiger im freiStil: „Das LFO ist
vielleicht eines der verführerischsten Ensembles der experimentellen
österreichischen Musiklandschaft. Einen unwiderstehlichen Charme
versprüht es durch die Synergien aus teils verspielten, teils seriösen
Ansätzen bzw. jenen aus dem Klangschaffen im höchsten Diskant
einerseits und in der Kontra-Oktave andererseits. Und durch die
interaktive Gelassenheit, mit der sie die Klangereignisse weitestgehend
spontan aus der Taufe heben. Die den Probanden eigene Souveränität
unterbindet dabei jegliches Ausufern ins Beliebige. Charakteristisch
sind elegante Noise-Potpourries mit feingedrechselten Rhythmusmustern,
die ansteckend fiebrig wirken, welche in bedächtig und stoisch sich
entwickelnde Ausdehnungen münden.“ Jetzt ist es wieder so weit. Das LFO
bringt dieser Tage die Kooperation mit Wolfgang Mitterer an der Orgel
als neue CD „mole“ an die Finsternis der Welt – und zwar auf den auch
mit freiStil dick befreundeten chmafu nocords. Grund genug für ein
ausführliches Gespräch mit Angélica Castelló vom Low Frequency
Orchestra.
freiStil: Angélica, was ist die Vorgeschichte der Zusammenarbeit des LFO mit Wolfgang Mitterer?
Angélica Castelló: Unsere erste musikalische Begegnung mit ihm war ein
gemeinsames Konzert im ORF-Radiokulturhaus in Wien, wo wir eine „real
time composition“ gespielt haben. Das Low Frequency Orchestra hat immer
Konzerte in „extended“ Form gespielt, extended projects, und dieses war
eines davon. Alles was nachher kommt in der Beziehung Wolfgang Mitterer
und LFO, ist eine Bearbeitung des Materials dieses Konzerts, also
schneiden, komponieren, dekomponieren, overdubben etc.
Was sind eure Motive, mit Wolfgang zu spielen? Oder was hat den Ausschlag dazu gegeben?
Das Low Frequency Orchestra ist eine ziemlich offene Plattform. Jede
und jeder kann eine Idee für ein Projekt einbringen, und dann suchen
wir Formen, wie wir diese Ideen umsetzen. Der Ideenträger ist dann
meistens der Leiter des Projekts ... Ich war für dieses Projekt
zuständig. Ich habe die brachiale und brillante Musik vom Wolfgang
Mitterer immer sehr geschätzt und fand, dass sich eine gute Mischung
mit unserem Ensemble ergeben könnte. In diesem Fall hat das Instrument
Orgel auch eine große Rolle gespielt – als Erweiterung unseres
Ensembles. Oder des Orchesters um sechs weitere Tentakeln dieses
immenses Wesens. Die Flöten treffen hunderte andere Flöten, die Low
Frequencies werden verkuppelt, die Kontrabässe färben die Luft der
Orgel an ... Es war vielleicht der Wunsch, ein noch größeres Monster zu
schaffen – was uns, denke ich, gelungen ist. Also habe ich dem Low
Frequency Orchestra dieses Projekt vorgeschlagen. Die Band war
begeistert. Somit habe ich mit der Organisation und Planung begonnen.
Das klingt wie eine Frankenstein-Geschichte ...
... naja, es ist eigentlich von mir. Und ich glaube, dieses Bild
gefällt sicher meinen Kollegen auch. Ich selber kann ganz schlecht in
einer „technischen“ Sprache reden, aber umso besser in Bildern ...
Außerdem bin ich gerade mit Monstern wegen meiner neuen Solo-CD
„Bestiario“ beschäftigt ... Und
das erste Mal, dass ich den Mitterer gesehen und gehört habe, war bei
seinem „Nosferatu“-Programm an der Orgel im Wiener Konzerthaus ... So
viele Monster!
Euer gemeinsames Konzert im
ORF-Radiokulturhaus war dann die Basis für die „mole“-CD. Wie hat sich
die Kooperation gestaltet, als ihr dort aufgetreten seid?
Am Anfang war die Einladung, dann das Interesse von Wolfgang Mitterer,
mit uns in diesem Raum zu arbeiten. Was nachher kam, waren ein tolles
Konzert und viele intensive und schöne Stunden Studioarbeit.
Die Live-Aufnahme wurde also nicht
eins zu eins übernommen, sondern ihr habt Overdubs und andere
Veränderungen durchgeführt. Wie hat sich das entwickelt?
Von der ursprünglichen Aufnahme ist – nach vielen Stunden schneiden und
operieren (zusammen mit Wolfgang) – nur ein Skelett geblieben. Im
Nachhinein haben alle von uns im LFO eine Organspenden-Aktion gemacht,
indem über dieses Skelett eine jeweils neue Spur aufgenomen wurde. So
hatten wir sechs neue, voneinander unabhängige Spuren, sechs Organe
sozusagen. Dann, wieder nach einer mehrstündigen Operation, ist nach
Mischen und Mastern die „mole“ entstanden ... Nach weiteren Monaten
kamen noch fünf kleine „slugs“ zu welt. Fünf von uns haben aus dem
„mole“-Material
kleine Inseln komponiert; vielleicht als kleines Vorwort, als Vorankündigung des großen Stücks.
Werdet ihr auch nach dem
CD-Präsentationskonzert am 14. November in der Wiener Ruprechtskirche
öfter zusammenspielen. Sind sogar Tourneen geplant?
Im Moment gib es keine weiteren Projekte mit Mitterer, allerdings
gibt’s für das Low Frequency Orchestra mehrere Sachen, die kommen. Etwa
die DVD-Präsentation „kommen und gehen“ und weitere erweiterte Projekte
2011/2012 – sowie die Fertigstellung der CD „Songs of Mortagapenja“,
einem Werk von Maja Osojnik fürs extended Low Frequency Orchestra, mit
Kompositionen von Burkhard Stangl, Milli und Michael Bruckner. Das ist
ein Projekt, das wir heuer in den ORF-Studios aufgenommen haben und für
das die Komponisten eine Unterstützung der SKE bekommen hat. Und
natürlich arbeiten wir daran, jede Menge große Tourneen zu
organisieren.
Wie, denkst du, hat sich der
Gesamtklang des LFO seit den Anfängen bzw. seit der ersten CD
verändert? Stimmt das mit der „low frequency“ überhaupt noch?
Man könnte auch „low frequency“ als eine Metapher für eine Schwingung,
mehr als für eine musikalische Frequenz, sehen. Eine
„bewusstseinserweiternde Maßnahme“ nennt das Thomas Grill. Der Klang
des Ensembles hat sich meiner Meinung nach auf jeden Fall „nach unten“
entwickelt. Ich
glaube, dass die „low frequency“ jedes Mal präsenter und präsenter ist. Und die „mole“ ist ein geniales Beispiel dafür.
Wie seid ihr auf marus Grazer chmafu
nocords-Label gekommen? Habt ihr auch andere Labels kontaktiert bzw.
euch gewünscht? Zum Beispiel col legno, das einige Mitterer-CDs im
Programm hat?
Das war schon sehr bald klar, dass wir es gern mit chmafu machen
möchten. Jede/r von uns hat mit maru zu tun gehabt, wir haben alle in
Graz in der Postgarage gespielt. Das Label hat viele Vorteile für uns:
Es ist klein, fein, nah – und noch underground, was es für uns sehr
sexy gemacht hat! Und dadurch, dass wir uns gut kennen und einander nah
sind, ergibt sich eine Klarheit in der Zusammenarbeit. Wir können gut
kommunizieren. Als maru gesagt hat, dass er Interesse an unserer CD
hat, haben wir nicht lange überlegt und kein anderes Label gesucht.
Ihr spielt alle auch in diversen
anderen Besetzungen jenseits des LFO. Welchen Stellenwert hat für dich
persönlich die LFO-Arbeit? Was ist das Spezielle daran?
Für mich ist LFO eben das Monster, meine Ur-Band, eines meiner ersten
Ensembles in Österreich, mit Musikerinnen, die ich sehr schätze. LFO
hat etwas Unberrechenbares. Vielleicht weil wir alle so sture Köpfe
sind – und das schätze ich sehr! No pain, no gain! Was für mich
speziell am LFO ist, ist die Suche nach tiefen Welten auf so
verschiedene Art und Weise. Und auch diese Mischung von Menschen mit so
verschieden Backgrounds, Interessen und Zielen. Ich glaube, das sind
die Ingredienzien, die diese Band manchmal so Chili-scharf machen.
Du hast auch von einer neuen DVD erzählt. Welchen Hintergrund hat die, bzw. was ist darauf warum zu sehen?
Die DVD „Low Frequency Orchestra plays Robert Lettner: das Spiel vom
Kommen und Gehen“ (eine multi-angle-DVD mit aufwändigem Booklet) ist
eine Dokumentation eines langjährigen Projekts, das Thomas Grill
geleitet hat. Dabei wurden 21 „Farbpartituren“ des bildenden Künstlers
Robert Lett-
ner sowohl durch Musik als auch durch Video (von Martin Pichlmair)
interpretiert. Die einzelnen Bilder wurden studiert, analysiert und
mittels struktureller Improvisation live gespielt. Musik (sechs
Stimmen) und Video (sechs separate Kanäle) wurden dabei völlig analog
behandelt. Stephan Sperlich hat das gesamte Projekt
musikwissenschaftlich begleitet und einen ausführlichen Begleittext
verfasst.
Angélica, fallen dir noch Fragen ein, die ich jetzt nicht gestellt habe, die du aber liebend gern beantworten würdest?
Zu der nicht gestellten Frage antworte ich einfach: „Low is beautiful!“
Every
CD that drops on this doorstep is inspected and judged: is it for me,
or for one of my reviewers, specialized in some genre? With this one I
must admit I really had a hard time. The improvisational nature of the
Low Frequency Orchestra made me think this would be more suitable for
Dolf Mulder's expertise on the subject but there is something quite
captivating about this release which made me think about this more
myself. The Low Frequency Orchestra is a small ensemble of 'paetzold'
recorders, electronic devices, voice, double bass and drums and they
team up here with one Wolfgang Mitterer who plays organ. The starting
point of this CD is a live recording which has been 'repeatedly
revised, de- and re-composed'. Taking into account this and the fact
that this is a small ensemble, I was reminded of Mnemonists and Biota,
who used similar group playing and extensive studio techniques to
define their unique sound. Something of this I recognize in this music,
especially in the title piece. It is preceded by five short solo pieces
by various members of the orchestra and I am not sure why they are
included. They nevertheless sound great, but its 'Mole', lasting thirty
minutes which makes this really great. A very vibrant piece of rock
music which meets up, as easily, with improvised textures and studio
techniques to further alienate the listener. Things happen at
considerable speed, with a nice sense of brutality and careful when
necessary. An excellent release. Review by Frans de Waard of Vital Weekly
Zuerst
stellt sich das LFO einzeln vor, jede/r gibt seine akustische
Visitenkarte als Appetizer ab, ‚Slug‘, eine Schnecke als Fressen für
den Maulwurf: Angélica Castelló mit ihren Electronic Devices, Mathias
Koch mit einen Percussionsolo, Maja Osojnik mit Vokalisation und
Electronics, Thomas Grill mit Digital Sounds, Matija Schellander mit
einem im Synthesizer zermurxten Kontrabass. Auf diese 2-3 min.
Miniaturen folgt dann ‚MOLE‘, eine halbe Stunde mit dem durch den
Kontrabassisten Herwig Neugebauer komplettierten Orchestra, Castelló
und Osojnik auch an Paetzold Blockflöten und Mitterer an der Orgel. Mit
Mitterer, dessen ‚Mixture 5‘ für Orgel und Electronics ich diese Woche
DLF-wellenbeglückt noch im Ohr habe, wird der Maulwurf zum
elektroakustischen RIESENMAULWURF. Die Musik, eine postnatale Mixtur
einer konzertanten Begegnung 2007, wühlt sich durch mulmig dröhnendes
Terrain, amorph im Dunkeln, Erdreich schaufelnd, Essbares sich
einverleibend. Stimmlaute erreichen auf Radiowellen den Untergrund. Die
perkussiven Partikel, Tom-Tom-Pochen, Cymbaltickling und -crashes,
sind, al dente, noch die griffigsten. Der Paetzold-Sound, mal
piccolohell (?), mal bassblockdumpf (?) sich mit den Kontrabässen
mischend, ist schon ein Mysterium. Im Zweifelsfall, der hier Methode
hat, liefern die Electronics die Muskeln und die Energie für diese
Wühlarbeit an den Fundamenten der Konzertsaalkulinarik. Die Orgel gibt
dem Ganzen Volumen und schillernde Dichte. Der Maulwurf als Leuchtturm,
als Philosoph mit der Laterne am helllichten Tag auf der Suche nach
Menschen? Musik, so überwirklich wie subversiv. Review by Rigobert Dittmann of Bad Alchemy
Wolfgang
Mitterer fait partie de ces compositeurs de contemporain qui avouent un
faible pour l’improvisation. C’est pourquoi le retrouver à l’orgue sur
un disque du Low Frequency Orchestra n’est pas si surprenant. Bien
moins que le disque en lui-même en tout cas. Au départ, la réunion
de sept musiciens excavent des profondeurs une électroacoustique que
des assertions vocales assignent à un langage. A l’opposé de la naïveté
du dessin de la couverture du digipack, le groupe évolue quand même sur
une mer démontée, balayée par les vents (beaucoup de flûtes) et
électrisée par de nombreux appareils. Pour faire face à ces vents, un
moteur vrombit mais provoque des craquements : résister ne sert à rien. L’orchestre
et Mitterer changent en conséquence de méthode – l'orgue prend la barre
surMOLE qu’il comble de clusters. La chevauchée fantastique n’en a plus
que pour une demi-heure, mais une demi-heure grise, d’un gris que l’on
n’oublie pas. Ne perdant pas une miette des gestes du chamane Mitterer,
Maja Osojnik devra dissiper tout cela de sa voix réconfortante. Trois
points de suspension au lieu du point final. Review by Héctor Cabrero of Le son du grisli
Eine
Mole bezeichnet einen Damm oder eine Aufschüttung in einem Gewässer,
die auch als Wellenbrecher dienlich sein können. Das Low Frequency
Orchestra und Wolfgang Mitterer haben jetzt ihre „Mole“ vorgelegt.
Vorangestellt sind fünf „slugs“ von Castelló (1), Koch (2), Osojnik
(3), Grill (4) und Schellander (5), die in ihren raunend, staunend,
raschelnd, brodelnd mäandernden Ausprägungen zauberhaft verspielte
Miniaturen sinnlicher Elektrisierungen darstellen. Zu exorbitant
brachialen Auswüchsen kommt es aber dann in den knapp halbstündigen
Klangbeugungen, die das LFO mit Wolfgang Mitterer in „Mole“
fusionieren. Daraus resultiert ein Wirbelsturm, der die einleitenden
„slugs“ retrospektiv als harmlose Fingerübungen erinnern lassen.
Warm-ups für vielgesichtige und immer wieder überraschende Aus- und
Einbrüche von Klangräuschen: Man betritt ein weitverwinkeltes Höhlen-
und Tunnelsystem, in dem das Tageslicht profaner und geistlicher
Musikentfachung lodert, krächzt, ächzt und dabei nicht zu singen
aufhören will. Hier treffen Monsterorgeln auf nicht minder schlagwütige
Blockflötentiraden, ächzende Gnome auf lüstern gestählte Elfen und
sonst alles, was man sich gar nicht wirklich vorstellen will, nein,
kann. Ein Naturereignis besonderer Handgreiflichkeiten, das auch über
sich zu reflektieren weiß. Oder in anderen Worten: grandiose
Klangverhandlungen. Review by Norbert Trawöger of freiStil
2007
wurde „Mole“ im ORF Radiokulturhaus aufgenommen. Davor gab es keine
gemeinsame Probe und nur eine lose Absprache über den Beginn.
Improvisation rules und ist Standard-Repertoire elektroakustischer
Combos. Nun, nicht ganz. Trotz mehrfacher Überarbeitung der
Einzelstimmen, Neuabmischung und einiger Overdubs wirkt „Mole“ etwas
überfrachtet und zu rastlos. Das Pochen der Becken nach etwa 20 Minuten
gibt dem Ohr eine seltene Hörorientierung. Sonst poltern und brodeln
die elektronischen Apparaturen, ziehen Schlieren, formen Soundcluster,
bleiben wenig greifbar. Im Gegensatz zu den fünf Miniaturen, die den
ziellosen Schlingern von „Mole“ vorangestellt wurden. Dort fertigten
fünf Mitglieder des Low Frequency Orchestra je einen Klumpen Sound, der
die Leitmotive des Konzerts vorankündigen soll. Eine an sich wunderbare
Idee mit dem lästigen Nebeneffekt, dass diese fünf Rohlinge den
Haupttitel in Sachen Kompaktheit und Energie deutlich übertrumpfen. Review by Stefan Niederwieser of The Gap
Als
wär’s irgendwo unter der Meersoberfläche. Auch wenn der Titel dieser CD
eher einen Überblick von oben suggeriert, driftet »Mole« in
mikrotonalen Wassern mit jeder Menge Tiefgang. Diese Konstellation an
MusikerInnen hat es in sich, man ist geneigt, von einem »Best of«
österreichischer Improvisateure zu sprechen, als da wären Angélica
Castelló, Maja Osojnik, Thomas Grill, Matija Schellander, Herweig
Neugebauer, Mathias Koch und Wolfgang Mitterer. Als Ausgangsmaterial
für »Mole« diente eine Aufnahme des LFO im Wiener Radiokulturhaus, die
dann Stück für Stück erweitert, rearrangiert und bearbeitet wurde.
Zusätzlich steuern die LFO-Mitglieder »Slugs« benannte Klangminiaturen
bei. Diese »Slugs« kartografieren jene Parameter, die dann im gut
30-minütigen Titelstück miteinander kollidieren. »Mole« ist ein
Statement über die permanente Fortschreibung von Musik, darüber, wie
Grundthemen ständig ineinander fließen. Würden LFO Dub machen, würde
man Versions dazu sagen. Verstörende Feedbackpassagen,
Melodiefragmente, konkrete Geräusche, im Raum stehen gelassene
Restbestände des Akustischen, verfremdete Stimmen, geisterhafte Orgeln:
»Mole« ist psychoaktives Driften zwischen hörbar gemachter Stille und
klar getimter Eruption. Review by Heinrich Deisl of skug
Wat
zou je doen, zo peinsde ooit es iemand (beter bekend als iemand
anders), met de hoeded parka? Je weet wel. Je hebt um nog liggen
ieverans, op zolder. De hoeded parka van toen je tiener was. (je had je
hoeded parka. je had een kleine moestasj. zo ging je naar school ooit).
Wat zou je daarmee kunnen doen? Ge kunt het draperen rond het lijf van
ene vogelverschrikkerd. Ge kunt er een vlag van maken die groots
schreeuwt Hier Zijn Wij. (handig voor op drukke stranden & dito
kampings). Ge kunt um versnijden tot beebiekleren (dat is, wanneer u
een beebie geboortig had mogen zien in de voorbije jaren). Ge kunt er
het mandje van de kat mee bekleden. En meer nog. Ge kunt meer nog. Wat
kan je doen, zo peinsden Low Frequency Orchestra en Wolfgang Mitterer,
met een konsert gegeven in tweeduizendzeven? Wolfgang Mitterer en Low
Frequency Orchestra dat zijn, welja, Wolfgan Mitterer en Low Frequency
Orchestra hè! Mitterer is een Oostenrijks komponist. Maakte
orkestraasies, een pianokonsert, een opera, elektroniese stukken, een
installaasie. Toonzette een keer, als ik mij niet vergis, de gedichten
van de grand ol’ dame van de eksperimentele literatuur: Friederike
Mayröcker. (buigt allen DIEP!, d.i. tot in het stof!, voor Mayröcker).
Werkte samen, Mitterer, met zulke uiteenlopende luu als Tom Cora (ook
hij nu dood), Fennesz, Peter Rundel, Philip Jeck en Paul D. Miller
(a.k.a DJ Spooky. Het subliminale kindje). Bracht niet lang lee een seedee uit die Music for checking e-mails. Speelt de orgel niet onverdienstelijk. Low
Frequency Orchestra is een klein, naja, “ensemble” (psss) dat opereert
op dat punt van de weg waar jazz, elektronies & musique concrete
elkaar raken. Hun reputaasie lijkt een pakje kleiner te zijn dan die
van Mitterer (en hun diskografie evenzo: ze wisten totnogtoe allenig
nog maar het stipt getitelde S uit te brengen) maar niettemin mochten
ze zijn podium delen op het ORF Radiokulturhaus te Wenen op 10 januari
2007. Ja, tweeduizendzeven. Das eeuwen geleden godverdomme. Toen
dachten we nog iets, geloofden we nog iets, zagen we dingetje nog wel
eens, kenden we dinges nog niet, we aten nog anders, we waren nog niet
verhuisd (of waren we al wel verhuisd), we hadden onze huidige
auto/fiets/hond nog niet. Tweeduizendzeven. Wie maalt er nu nog om
tweeduizendzeven? Het zal, zo peins ik, eerder het “kleine” Low
Frequency Orchestra geweest zijn dan de “grote” Wolfgang Mitterer die
nog maalde om in tweeduizendzeven het hemelruim in gespeelde noten. Stonden
nog op een kassetje. Gevonden op zolder, of in de studeerkamer, of in
de la in het kasje in de hal. Ze zochten eigenlijk een schoenlepel, die
gasten van Low Frequency Orchestra. Of het telefoonboek. De
inbussleutelset. De brief van tante Truus waar haar nieuwe adres in
staat (en ze is jarig binnenkort, het schaap, en je weet hoe ze altijd
een kaartje van je verwacht). Of weet ik veel wat ze zochten. Ik ben er
nooit bij als Low Frequency Orchestra de dingen zoekt die Low Frequency
Orchestra zoekt. Dat konsert uit 2007! He zet eens op ik was dat
hele konsert allang vergeten! Hum klinkt goed. Ja klinkt zeker goed.
Heel goed. Beter dan ik het me herinner. Veel beter. Ik weet nog dat
jij toen nog niet in topvorm was. Hoezo was ik niet in topvorm? Jij was
dronken volgens mij, of in ieder geval aangeschoten. Daarom ook dacht
ik dat het wel niet zo goed zou zijn. Ik durfde het eigenlijk nooit
meer terug te luisteren. Ach man lul niet ik zuip nooit als we moeten
spelen. Wat maakt het uit jongens, feit is dat het veel beter klinkt
dat we allemaal durfden hopen. Daar moeten we eigenlijk iets mee doen.
Maar wat kun je er nu nog mee. Ja wat kun je er nu nog mee. Een konsert
uit tweeduizendzeven. Ja. BEWERKEN natuurlijk. Bewerken, het
sleutelwoord. Het konsert als laatste nummer op de disk zetten. Of
waarschijnlijker: een deel van het konsert, want de track duurt nog
geen halfuurtje. Deze track onophoudelijk bewerken. Interveniëren met
nieuwe muziekgedeelten. Transformeren. Dekonstrueren. En welaan, weer
een track gedaan. Maarja, track zes moet natuurlijk voorafgegaan
worden door vijf andere. Vijf andere die allemaal slug heten. Deze
slugs zijn korte tracks opgedacht, gekomponeerd en opgenomen door
afzonderlijke Low Frequency Orchestra-leden: Angélica Castelló
(elektroniese aparaten & blokfluit van het merk Paetzold); Mathias
Koch (drums); Maja Osojnik (elektroniese aparaten, stem & blokfluit
van het merk Paetzold); Thomas Grill (digitale geluiden) en Matija
Schellander (dubbele bas en synthesizer) leverden allen hun slug af. Maar
eigenlijk hoor je dat er niet aan af. Weinig verwonderlijk wordt er in
Koch’s slug een trommeltje beklopt en is er in die van Osojnik
stemgeluid hoorbaar maar de slugs klinken hecht en kleuren goed bij
elkaar. Het is dan ook vijf keer: elektroakoestiese muziek. Het is vijf keer: drone. zoem. piep. brom. naargeestig de naargeest. Een
keer is het jazzy, bvb in het drumwerk. Een keer is er een aanhoudende
vokale ooaaahooowuhwuhwuhwuhooaaahooowuhwuhwuhooaaahooo die aan de Body
Haters doet denken. Maar voegt weinig toe, of doet weinig af aan de
totale klankkleur. Ik zei het al. Het is dan ook vijf keer: een reisje naar de hel. Het
is vijf keer : heren start uw motoren! (de mopeds worden gestart). Maar
het kan evengoed al het geluid van oorlog zijn. ak47’s. Tanks.
Bombardementen. Een PIEP die tegen de pijngrens aanzit. Je denkt: dit
kan nooit goed zijn voor mijn boksen. Er wordt het uiterste gevraagd
van je boksen. Je denkt: dit kan nooit goed zijn voor mijn boksen. Vijf
keer is de lucht vol elektrifikaasies. Geknetter. Kleine marsmannetjes
worden zonder enig par en zonder enig don de stratosfeer in gepongd. Vijf
keer is er digitale muziek. Instrumenten onherkenbaar getransformeerd
in monsters (die lief zijn misschien, of kwaadaardig zijn, of verward,
of alleen maar zijnd zijn). Vijf keer is de toemaat. Vijf keer het
voorschot. De prelude. Op. De hoofdfilm van vanavond. De hoofdfilm van
vanavond, lieve iedereen, is MOLE. MOLE is niet Canarsie. (Canarsie
is de plaats waar iedereen er hetzelfde uitziet). (Everybody in this
room is wearing a uniform and don’t kid yourself). MOLE is daarentegen
de plek waar de instrumenten in eerste instansie wèl herkenbaar lijken
als instrumenten. Konkrete muziek met instrumenten die je kende.
Fluitjes drums & drukte. Plus: iets dat wel eens een orgel zou
kunnen zijn. (zou kunnen. zou zomaar kunnen). Bekkens. Een van ver
komende stem. (een slecht afgestelde radio?). Het noise-antwoord op
Elizabeth Vagina van Queen Elizabeth (de band. niet de persoon). Er
heerst een zweer van dreiging, verstikking, naderbijkomend gevaar. Er
heerst een zweer van zonder erbarmen. Het is deze luu menens mensen.
Genade kennen ze niet. Denk maar niet dat ze u gedurende dat klein
halfuurtje ooit nog gerust gaan laten. Maar ook: een ondertoon van
droefnis. Het orgel misschien een kerkorgel? minstens een kerkorgel
gelijk. Het doet denken aan de zweer van ouwerwetse horrorfilms (en dat ook zonder theremin!). En steeds weer die kapotte radio. Het
is energeties. Maar gekontroleerde energie. Het is wild. Maar
onderhuids wild. Het is muziek. En de dekonstruksie van muziek. Want al
lijkt ook MOLE zelve (net als de preludes) gaandeweg wel steeds
digitaler te worden; de instrumenten laten zich maar niet zò pazzeren: Er
is een bel. (iez no fire! iez only bell!). De
ober-haal-die-bestelling-eens-op bel (ook wel gekend als de
piccolo-breng-die-koffers-naar-kamer-410 bel). Er is de orgel. Er zijn
de kleine perkussietjes. Zo kleine perkussietjes. Errug peesie, zou
hoehetieookalweer zeggen (maar het is niet peesie. het is Koch). Een
drumwerk dat zich niet tot de trommelvellen beperkt, een drumwerk dat
tribaal heten mag. Er zijn wedijverende fluitjes. En het geluid zwelt
aan. Het geluid zwelt aan. Breekt open. En zijn inhoud stroomt naar
buiten. Geluid geeft leven aan geluid. En steeds weer die kapotte radio. En steeds weer die naargeest. En steeds weer: een begin van jazz. Een foetale jazz. Dit is de jazz. En dit is de geboorte van de jazz. Review by Tim Donker of DeRecensent
Gut,
so ganz neu ist es nicht mehr. Aber manchmal dauert es eben etwas, bis
Musik aus dem Alpenland den Weg zu mir gefunden hat ;-). Kürzlich bekam
ich also endlich die neue Scheibe des Low Frequency Orchestra (LFO) in
die Hände: „Mole“ (bei chmafu nocords). Es hat ja eine gute Weile
gedauert, seit S aus dem Jahre 2007 (damals noch bei einklang records),
bis die Mannen und Frauen mal wieder was von sich hören ließen. Oder
auch nicht: Denn der Kern zu Mole wurde auch schon 2007 gelegt, mit der
Aufnahme der Mole im ORF-Studio – die natürlich noch erheblich weiter
bearbietet wurde. Dafür haben sie für Mole nun noch den meinerseits
sehr geschätzen Komponisten und Organisten Wolfgang Mitterer dazugeholt
(bei dem Albumtitel (und der entsprechenden Cover-Art) müsste man wohl
sagen: Ins Boot geholt.).
Was bietet die „Mole“ also? Fünf slugs
und eine Mole ausweichlich des Tracklistings. Die slugs sind kurze
Impressionen von zwei bis vier Minuten, jeweils von einem Mitglied des
LFO verantwortet. Die eigentliche „Mole“ ist dann ein großes,
halbständiges Gemeinschaftswerk. Man kann vielleicht sagen: „S“ hatte
mehr Detailreichtum, mehr Plastizität des Klangs – zumindest in der
Erinnerung auch mehr ausgeglichene Ruhe, die den ausgefeilten,
minimalistischen Expeditionen in unbekannte Klangwelten erst die
notwendige Basis, den hilfreichen Anker, einen festen (Bezugs-)Punkt
gaben. Ich habe gerade noch einmal nachgehört: Die Erinnerung trügt
nicht.
Die „slugs“ sind da etwas anders: schon der heftige
Einstieg bei Angélica Castelló, der uns vollkommen unvorbereitet (immer
wieder …) ins kalte Wasser schmeißt, die Unmittelbarkeit, mit der es
hier zur Sache und um alles geht – das ist neu. Und spannend, und
überraschend, und ganz oft unerwartet: Es scheint fast so, als suchte
LFO hier jetzt im Raum des Klanges möglichst abrupte Wendungen. Das
geht in den kurzen Stücken ziemlich kreuz und quer – langweilig ist das
keinesfalls. Vielleicht liegts ja an der kleinteiligen, konzentrierten
Form: Aber die Imagination scheint mir einige Grade wilder,
ungezähmter, blühender zu sein als vor einigen Jahren. Vielleicht daher
auch der sehr diskontinuierliche Eindruck, der manchmal verdächtig nach
fehlendem Ziel, abwesendem Formprinzip klingt … Wenn man aber weiß,
dass das so etwas wie Visitenkarten oder Konzeptpapiere der einzelnen
Musiker sind/sein sollen, wird manches klarer. Aber erstaunlich bleibt:
Irgendwie sind das fünf vollkommen eigenständige, total verschiedene
Dinge. Und doch bilden sie dann – gleich im Anschluss – so etwas wie
eine Einheit: Im Modus des LFO ist der Einzelne kaum noch zu entdecken,
sind Klänge udn Spielweisen nicht (mehr) einer Person zuzuordnen (Auch
die Instrumente bieten da kaum Hilfestellungen – wann klingen sie hier
schon mal alleine und pur?). Mathias Kochs slug ist z.B. unvergleich
locker, dünnschichtig, hellscheinend und -sichtig. Maja Osojnik gibt
sich grundierter, moduliert mehr als Klänge (ab- und aufzu-)brechen,
lässt die Ideen schweifen. Thomas Grill verliert sich in den endlosen
Feinheiten Digitaliens ganz wunderbar bräsig bruzzelnd und knisternd.
Matija Schellander schließlich verknüpft digitales und anloges
Tiefenscharfes auf ganz bestimmt sehr bedeutungsvolle Weise.
Im
großen „Mole“ ist das sozusagen klassischer: komplexer vor allem
zunächst mal, ungeheuer dicht geschichtet – woran Mitterer ausweichlich
der benutzten Klangerzeuger keinen geringen Anteil hat. Viel Spannung,
viel Erwartung spielt hier mit, auch der Wille zum Ausdruck und die
unbezähmte Freiheit in genau diesem brechen ganz deutlich hervor.
Manchmal bilden sich dann gehörg skurile Momente aus diesem
Konglomerat, vor allem aber spannende Entdeckungen. Auch der „Freude
schöne Götterfunken“ klingt von Ferne wieder an und durch, genau wie am
Schluss von „S“. Musik hören wird hier (bzw. kann!) zur
Selbstbefragung: Was hat das gewurschtel da mit mir zu tun? Oder
überhaupt mit irgend jemanden? Was löst das aus? Was ändert das? ……..
Ganz vergessen gerät dabei die sowieso blödsinnige Frage: Was will der
Künstler damit sagen? – Vermutlich gar nichts, er will, dass ich was
sage/denke …
Jedenfalls: Auch wenn es auf der „Mole“ nicht
wenige Momente der vorübergehenden/scheinbaren/täuschenden Ruhe gibt,
ist Bewegung, Veränderung, Fluktuation das Wesentlichere – wie auf
einer Mole halt. Klar, diese Gemeinsamkeit von Ruhe und Bewegung in
einer Musik, das ist irgendwie paradox. Aber was soll’s? Wer, wenn
nicht Kunst, darf Paradoxe paradox sein lassen? Der Hörer muss es halt
aushalten (diejenigen, die sich so etwas anhören, haben mit so etwas
meist wenig Probleme) und irgendwie mitmachen.
Man kann dann
sagen, das sei subversive Musik (Bad Alchemy deutet das an und verweist
gleicht noch auf den Maulwurf, der hier sein Unwesen treibe). Aber das
ist doch irgendwie egal. Denn die „Mole“ von LFO und Mitterer ist
jedenfalls ganz sicher Musik/Klang/Ereignis, das selbst nur ganz wenige
Konstanten kennt und anerkennt, das sich die Freiheit nimmt, frei zu
sein – was in der Praxis der Realität ja blöderweise wahnsinnig
schwierig und anstrengend ist. Dafür kann man den Musikern kaum genug
danken: Dass sie hier – im Klang (wo auch sonst? in der Sprache geht so
etwas wahrscheinlich gar nicht (mehr)) – Wege, Löcher, Möglichkeiten im
Leben und um es herum zeigen – ob man was draus macht, bleibt jedem
selbst überlassen … Review by Matthias Mader
I
have listened to this CD several times, always remaining not persuaded.
The peculiar orchestration -- which includes two double basses, two
recorders, drums and organ besides vocal components and various kinds
of electronics -- in conjunction with the ensemble's name elicited the
idea of some sort of growling monster with a degree of improvisation.
In part, that corresponds to truth; but there's also a distinct
dimension of anguish, more than ever when the voices emerge from the
general magma. The extreme fragmentariness is not helpful in affirming
coherence, even if it prevents the whole from falling into stylistic
staleness. The lack of comparable settings is a plus, for the music
does possess a measure of uniqueness -- the lone composer who came to
mind during short glimpses of action was Hermann Nitsch, with due
proportions of course. Still, every time that the record ended, this
reviewer was left with a corner of the mouth bent upwards, a typical
sign of perplexity that classifies his experience with unconvincing
records. The only way to let you vaguely understand how this stuff
sounds would be a frame-by-frame description; the fact is that this is
useless, and ultimately undeserved. A few interesting segments in a
scarcely palatable sonic hodgepodge are not enough for its complete
approval. massimo ricci / touching extremes /2011
Der
zeitgenössische Komponist Wolfgang Mitterer trifft hier auf das Low
Frequency Orchestra, u.a. bestehend aus Maja Osojnik und Matija
Schellander. Bei "Mole" handelt es sich um die Neugestaltung einer
Konzertaufnahme von 2007. Mit Elekroakustik, Improvisation, Noise und
einem intensiven Sog sonischer Wagnisse wird einem ein extrem mächtiges
Energiefeld zur Seite gestellt. Wehren nützt nichts, man sollte sich
von diesem Magneten einfach ziehen lassen. Rokko / Rokko's Adventures / 2011
Wer
sich unter einem Orchester eine Großbesetzung vorstellt, wird das Low
Frequency Orchestra des Etikettenschwindels bezichtigen dürfen. Denn
der harte Kern des LFO entpuppt sich als ein elektroakustisches
Quartett (Angélica Castelló, Maja Osojnik, Thomas Grill, Matija
Schellander), das selbst mit den Teilzeitmitgliedern Herwig Neugebauer
und Mathias Koch noch nicht einmal als Kammerorchester durchgehen kann.
Lässt man die Größenordnung jedoch beiseite und beachtet allein das
Soundspektrum, dann macht die Bezeichnung «Orchester» plötzlich Sinn.
Die Handvoll Musiker bringen eine dichte und perspektivenreiche Musik
zustande, die mit jedem Produkt eines Großensembles mithalten kann,
zumindest fast. Das gilt zuvorderst für das montiert oder collagiert
wirkende Herz- und Titelstück der CD, in dem das LFO durch Wolfgang
Mitterer an der Orgel verstärkt wird. Mitterer setzt Akzente, ohne das
diskontinuierliche Szenario zu dominieren. Er weiß, wie man dem
Kircheninstrument Töne entlockt, die bestens ins elektronische
Musikzeitalter passen. Sakrale oder pompöse Anklänge vermeidet er, wie
alle anderen auch, zugunsten von «digital sounds», die einen mitunter
gefrieren lassen. Fünf, wenn man so sagen darf, Etüden bereiten auf
das «Orchester»-Stück vor. Der Reihe nach legen die Stammmusiker
Visitenkarten ab, auf denen man ihrer feinen Kunst der explorativen
Klang(de)konstruktion beiwohnen kann. Schon diese Kleinode entfalten
eine eigene Magie. Timo Hoyer - Neue Zeitschrift für Musik 06/2011